Vor ein paar Wochen gewann Alexander Zverev zum ersten Mal die US Open. Gut dreieinhalb Stunden stand er gegen Ben Shelton auf dem Platz, vor fast 24'000 Zuschauern, die mehrheitlich gegen ihn waren. Er behielt aber die Nerven und brachte den Sieg mit 6:3, 7:6, 5:7, 6:2 nach Hause.
Dabei galt Sascha, wie ihn seine Freunde nennen, fast seine ganze Karriere lang als „ewiger Zweiter“. Als der, der es zwar ins Finale schafft, aber nie den Pokal in die Höhe stemmt. Während ihn die Welt jahrelang als besten Spieler ohne Grand-Slam-Titel abschrieb, spielte er abseits des Rampenlichts längst ein ganz anderes Spiel. Eines, das am Ende sogar erfolgreicher werden könnte als seine Tenniskarriere.
Fangen wir aber von vorne an.
Sascha war vier, als bei ihm Typ-1-Diabetes diagnostiziert wurde. Die Ärzte sagten, dass sein Leben und der Sport ab diesem Zeitpunkt „sehr, sehr eingeschränkt“ sein würden. Seine Mutter sah das aber anders. Sie brachte ihm bei, die Krankheit als Teil von sich zu sehen und nicht als etwas, das ihm im Weg stehen sollte.
Leicht war es für Sascha aber trotzdem nicht. In der Schule wurde er oft für die Geräte ausgelacht, mit denen er seinen Blutzucker messen musste, und selbst als Profi begleitete ihn die Angst, seine Gegner könnten die Krankheit als Schwäche sehen.
Also behielt er sie für sich.
Auf dem Platz war von Schwäche allerdings nicht viel zu sehen. Er holte olympisches Gold in Tokio, gewann 25 Titel auf der Tour und arbeitete sich Schritt für Schritt die Weltrangliste hoch. Nur bei den Grand Slams wollte es einfach nicht klappen.
2020 fehlten ihm bei den US Open gerade mal zwei Punkte zum Titel.
2024 lag er im Finale der French Open gegen Alcaraz einen Satz vorne und verlor trotzdem.
Ein Jahr später fegte ihn Sinner in Melbourne in drei Sätzen vom Platz.
Bis es dann in dieser Saison endlich klick gemacht hat. Mit dem Sieg bei den French Open wurde er zum ersten Deutschen seit Boris Becker 1996, der ein Grand-Slam-Turnier gewinnt. Bis dahin hatte er 125 Grand-Slam-Matches gewonnen, ohne einen einzigen Major-Titel zu holen. Mehr als jeder andere Spieler in der Open Era.
Als er dann einen Monat später das Wimbledon-Finale gegen Sinner verlor, schien sich die Geschichte des ewigen Zweiten schon wieder anzuschleichen. Doch in New York legte er nach und wurde erst der zweite Deutsche überhaupt, der die US Open gewinnt.

Das allein ist schon beeindruckend. Aber was er abseits des Platzes macht, könnte am Ende noch ein grösserer Erfolg für ihn sein…
2020 gründete Sascha zusammen mit seinem Bruder Mischa und ihrem Freund und Investor Shanka Jayasinha den Investmentfonds Tie-Break Ventures. Der Fonds investiert in Startups aus den Bereichen Klima, Energie und Gesundheit, mit dem Ziel, die Welt für kommende Generationen ein Stück besser zu machen. Eine der Firmen entwickelt zum Beispiel eine Software, die Plastikabfall vom Einsammeln bis zum Recycling lückenlos verfolgt. Eine andere ist Allied Racing, ein Motorsportunternehmen mit eigenem Rennteam, einer Fahrerakademie und einem Geschäft für die Restaurierung von Oldtimern.
Auch wenn sich in der Öffentlichkeit meist alles ums Tennis dreht, arbeitet Sascha bereits an dem, was ihn über den Spitzensport hinaus begeistert.
Meine Takeaways
Mach deine Schwäche zu deiner Stärke
2022 machte Sascha seine Diabetesdiagnose öffentlich und gründete im gleichen Zug die Alexander Zverev Foundation. Sie versorgt Kinder, die sich Insulin und medizinisches Material nicht leisten können. Anders als früher versteckt er seine Krankheit heute nicht mehr. Diesen Sommer hat er zum Beispiel mitten im Wimbledon-Finale vor Millionen Zuschauern seinen Blutzucker gemessen und sich Insulin in den Oberschenkel gespritzt.
Im Profisport sieht man oft, dass erfolgreiche Athleten nur das Resultat zeigen und alles andere, vor allem die Hindernisse, lieber hinter verschlossenen Türen lassen.
Dabei interessieren sich die Leute meist weniger für reine Resultate als für die Person und die Story dahinter. Und eine Story ohne Herausforderungen ist ohnehin langweilig.
Meistens ist genau der Teil, den du am liebsten verstecken würdest, der Grund, warum sich Leute für dich interessieren. Genau das macht ihn zu deinem grössten Unterscheidungsmerkmal und zu deiner grössten Stärke.
Mach einfach dein Ding
Sascha war gerade mal 23 und mitten in seiner Karriere, als er Tie-Break Ventures gründete. Was mir daran besonders gefällt, ist, wie bewusst er diesen Schritt gemacht hat. Er hat nicht bis zum Karriereende gewartet, um über die Zeit danach nachzudenken. Obwohl er tausend andere Dinge um die Ohren hatte, hat er sich etwas verschrieben, das ihm wirklich wichtig ist, und baut es gemeinsam mit den Leuten auf, die ihm wichtig sind.
Um das Gleiche zu tun, brauchst du weder einen eigenen Fonds noch Grand-Slam-Titel. Es lohnt sich aber, sich zu fragen, wo du dich in Zukunft siehst und was du dir später wünschst, früher angefangen zu haben.
Für mich war es eine der besten Entscheidungen, schon früh mein eigenes Investmentportfolio aufzubauen. Damals hatte ich keine Ahnung davon und suchte nach einer Lösung, die das Ganze für mich automatisiert. Ich wollte ein gut diversifiziertes Portfolio, ohne stundenlang zu recherchieren oder mir ständig den Kopf zu zerbrechen, ob ich es richtig mache.
So bin ich bei Selma und ihrer KI-Investmentplattform gelandet. Ich bin so überzeugt davon, dass ich sogar in das Unternehmen selbst investiert habe. Ein grosser Teil meines Portfolios läuft heute darüber und ich bin wirklich begeistert davon.
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Das ist keine Anlageberatung und dein Kapital ist beim Investieren immer gefährdet, also immer eigene Recherche machen.
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Okay, das war's für heute. Bis bald;)
Jeremy
